Die zweite Programmphase 2012 - 2014 des ESF-Programms „Perspektive Wiedereinstieg“ ist nach erfolgreicher Durchführung abgeschlossen.

Imagebild des ESF-Modell-Programms Perspektive Wiedereinstieg: Foto einer lächelnden Frau im blauen T-Shirt vor einem Tisch mit Laptop im Hintergrund, an dem ein Mann steht

Im Rahmen des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg" war am 1. März 2012 die 2. Programmphase des ESF-Modellprogramms des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit gestartet. Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) wurden Träger dabei unterstützt, Frauen nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung die Re-Integration in das Berufsleben zu erleichtern und ihnen Wege dorthin zu ebnen. Bundesweit 18 Projektträger an 10 Modellstandorten setzten die zweite Programmphase bis zum 31.12.2013 um und an der Verlängerung bis zum 31.12.2014 beteiligten sich 8 Projektträger an 7 Modellstandorten.

Die Erfahrungen aus der 1. Programmphase zeigten, dass Frauen nach einer längeren familienbedingten Erwerbspause noch zu selten ein substanzieller Wiedereinstieg gelingt. Oftmals nehmen sie eine geringfügige (Teilzeit-) Beschäftigung auf, was in Hinsicht auf die eigenständige Existenzsicherung und die Absicherung im Alter problematisch ist. Ziel des Programms war es, die Unterstützung durch (Ehe-)Partner, Arbeitgeber, Arbeitsagenturen und haushaltsnahe Dienstleister so zu aktivieren, dass der Wiedereinstieg in eine qualifikationsadäquate und vollzeitnahe Tätigkeit, auch nach mehreren Jahren familienbedingter Erwerbsunterbrechung, nachhaltig gelingt.

Zielgruppe des Programms waren Wiedereinsteigerinnen, die

  • familienbedingt aufgrund von Kinderbetreuung und/oder Pflege von Angehörigen bewusst längere Zeit, d.h. mindestens drei Jahre aus der Erwerbsarbeit ausgestiegen waren,
  • über eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. ein abgeschlossenes Studium verfügten,
  • vor dem familienbedingten Ausstieg keine Leistungen des SGB II aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit erhalten haben
  • oder ihr zukünftiges Beschäftigungsgebiet im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen sahen.

Im Mittelpunkt der Unterstützungsarbeit in der 2. Programmphase stand weiterhin das Gesamtsystem Familie. Erprobte Instrumente und Verfahren im Bereich der Beratungs-, Bildungs- und Eingliederungsangebote für Wiedereinsteigerinnen wurden fortentwickelt und durch passgenaue Zusatzmodule, insbesondere die Module „Zeit für Wiedereinstieg“ und „Qualifizierung“ erweitert. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern galt es darüber hinaus, Reintegrationsprozesse zu gestalten und qualitativ zu begleiten.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Bundesagentur für Arbeit sind im Juni 2013 mit dem „United Nations Public Service Award“ für ihr gemeinsames Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ ausgezeichnet worden. Der Preis wird für die innovative Umsetzung einer politischen Idee durch die Administration vergeben.

Das ab 2013 entwickelte Projekt „Perspektive Wiedereinstieg - Online“, in dem Wiedereinsteigerinnen sich zeitlich und räumlich flexibel in einem virtuellen Klassenzimmer weiterbilden und qualifizieren konnten, erhielt 2014 das Comenius-EduMedia-Siegel für beispielhafte didaktische Bildungsmedien.

Für das ESF-Modellprogramm des BMFSFJ standen für die 2. Programmphase für eine Laufzeit vom 1. März 2012 bis zum 31. Dezember 2014 insgesamt 9 Mio. € ESF-Mittel zur Verfügung. Die Mittel verteilten sich zu 20 Prozent auf das Zielgebiet „Konvergenz“ und zu 80 Prozent auf das Zielgebiet „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“.

Die von den Modellstandorten entwickelten erfolgreichen Ansätze zum Gelingen eines beruflichen Wiedereinstiegs nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung werden gebündelt in einer Publikation vorgestellt: „Perspektive Wiedereinstieg“ – Ein Praxisbuch.

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